Ein Emoji sagt mehr als tausend Worte!?

Dass WhatsApp zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen gehört, stellen wir bei ACT ON! immer wieder fest. Der Messenger-Dienst ermöglicht eine schnelle Kommunikation mit dem besten Freund, den Eltern, der Clique oder der ganzen Klasse. 2623 Emojis können dabei die textliche Ebene unterstreichen, sie bildhaft darstellen – oder gar ersetzen? Emojis sind Piktogramme, auf die nicht nur Kinder und Jugendliche beim Schreiben immer wieder zurückgreifen.

Das Emoji-Memory ist eine Methode, mit der man gut mit Jugendlichen darüber ins Gespräch kommen kann, welche Bedeutung die bunten Bildchen in ihrem Kommunikationsverhalten haben. Sind die Bedeutungszuschreibungen an die verschiedenen Emojis eigentlich eindeutig und sind sich alle darüber einig? Oder haben manche vielleicht eine ganze eigene Vorstellung, was ein bestimmter Emoji für sie bedeutet? Und welche sind die beliebtesten Emojis? In den Memorykarten werden einzelnen Emojis deshalb zum Teil gleich mehrere Bedeutungen zugewiesen.

Die Berliner Redaktion „Online-Crew“ hat das neue Emoji-Memory des ACT ON!-Teams ausprobiert. Und das sind ihre Erfahrungen: „Das passt schon irgendwie zusammen, aber ich finde nicht, dass man das dafür wirklich benutzt“. Das Spielen war von Uneinigkeiten, Diskussionen und Abstimmungen darüber geprägt, ob die Paarbildung denn korrekt ist oder nicht. Während der eine das Emoji mit weit aufgerissenen Augen als überraschendes, entsetztes Gesicht übersetzt, findet ein Mädchen, dass er aussieht, als sei er peinlich berührt. Eine Kommunikation nur mit Emojis wäre gar nicht so leicht, stellen alle fest. Fast jede*r deutet die Smileys etwas anders.

Doch die jeweilige Bedeutung der Emojis wird für die Jugendlichen meistens erst im Zusammenhang mit der geschriebenen Nachricht konkret. Niemand von ihnen versendet Emojis statt eines Textes. In der Regel sollen sie das Geschriebene untermauern, bildhaft darstellen oder auch Zuneigung ausdrücken. Das rote Herz und der Emoji mit den Herz-Augen sind besonders beliebt bei den Berliner Mädchen. Insgesamt werden von allen die Emojis meist in eher positiven Kontexten genutzt, auf den Lach-Emoji, den nach oben gestreckten Daumen oder den Zwinker-Smiley greift jede*r mal zurück: „Die versende ich oft, wenn ich etwas cool finde“. Das weinende Emoji dagegen wurde von niemandem genannt, als es um den Kontext und die Häufigkeit der Nutzung ging.

Wie beim Spielen deutlich wurde, kann die Kommunikation per WhatsApp und das Nutzen von Emojis auch zu Missverständnissen führen. Alle haben schon einmal ein Bild oder eine Nachricht an einen falschen Kontakt oder eine falsche Gruppe versendet. Wenn es schnell gehen muss, wird aus Versehen auch mal ein falsches Emoji verschickt: „Das nervt! Dann muss man immer erst schreiben, dass das ein Versehen war und man eigentlich ein ganz anderes Emoji verschicken wollte. Manchmal bemerkt man es auch selber gar nicht“. Missverständnisse, die dadurch entstehen, finden die Marzahner Jugendlichen meistens nervig und ziemlich peinlich. Dass die Kommunikation per Messenger manchmal eine Face-to-Face-Kommunikation ersetzt, ist für alle aber trotzdem irgendwie logisch.

Memory ist jedem ein Begriff. Kindern und Jugendlichen macht es Spaß, sich die Positionen der Karten zu merken und möglichst viele Paare zu sammeln. Beim Emoji-Memory entsteht ganz automatisch eine Diskussion und schnell wird deutlich, wie die Spielerinnen und Spieler Emojis nutzen und was die Einzelnen für sie bedeuten. Das Memory gibt so einen guten Einstieg, um über bildhafte Kommunikation und die Kommunikation per WhatsApp ins Gespräch zu kommen.

Hier können Sie sich die Methodenbeschreibung mit anhängender Vorlage zum Ausdrucken ansehen und herunterladen.