HowTo Online-Veranstaltungen: Praxisbeispiele und weitere Tipps

22. April 2021

Im fünften Teil unserer Serie geht es um Beispiele aus der Praxis und weiterführende Tipps für die Umsetzung eigener Veranstaltungen.

In unserer Serie zum Thema HowTo Online-Veranstaltungen erhalten Sie zahlreiche Informationen und Tipps zur Planung eigener Online-Formate. Dazu zählen das Setting und die Gestaltung, die Durchführung und Moderation, die technische Ausstattung und mögliche Stolpersteine sowie der Datenschutz.

In diesem Teil werfen wir einen Blick auf konkrete Praxisbeispiele und geben Ihnen weitere Tipps zur Gestaltung von digitalen Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen.

Beispiele aus der Praxis

Im Projekt ACT ON! gibt es regelmäßig digitale Workshops mit 10- bis 14-Jährigen zu Themen wie Selbstdarstellung, Onlinemobbing, Sexting sowie zu beliebten Social-Media-Kanälen statt.

Im Prinzip lassen sich alle Themen auch online umsetzen. Bei sensiblen Themen, wie Sexting oder Cybermobbing, ist es jedoch von Vorteil, wenn sich die Teilnehmenden und die Workshopleitung bereits kennen und ein Vertrauensverhältnis besteht, so dass es jungen Teilnehmenden leichter fällt, über solche Themen zu sprechen. Falls sich die Gruppe bzw. die Workshopleitung und Jugendlichen nicht kennen, ist es wichtig, dass genug Zeit innerhalb des Online-Formats für eine ausführliche Kennenlernphase eingeplant wird.

Jede Online-Veranstaltung sollte methodisch abwechslungsreich und sehr interaktiv gestaltet werden, damit die Teilnehmenden dabeibleiben. Die nicht alle Teilnehmenden im gleichen (physischen) Raum sind, ist die Gefahr besonders groß, dass sich Kinder und Jugendliche ablenken lassen. Hilfreich ist ein regelmäßiger Wechsel der Sozialform, also kurze Input- oder Diskussionsphasen im Plenum im Wechsel mit Einzel- und Gruppenarbeiten, zum Beispiel in Breakout-Räumen. Zudem können Arbeitsphasen helfen, die nicht am Computer umgesetzt werden müssen, beispielsweise Fotoaktionen, um den Teilnehmenden eine Bildschirmpause zu geben. Viele Offline-Methoden können in leicht geänderter Form auch online umgesetzt werden. Beispiele für Online-Methoden finden Sie in unseren Workshopbeschreibungen auf dem ACT ON!-Projektblog (zum Beispiel in diesem Artikel „Workshop zu Selbstdarstellung und Kommunikationsrisiken“ und in dieser Workshop-Beschreibung zum Thema „TikTok, Instagram und Co“).

Die Themenauswahl für Online-Workshops sollte sich, wenn möglich, an den Interessen und Erfahrungen der Teilnehmenden orientieren. Mögliche Inhalte und Themen können Sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen (im Vorfeld oder zu Beginn der Veranstaltung) besprechen.

Weiterführende Tipps

Während der Veranstaltung sollten die Teilnehmenden immer wieder die Chance haben, aktiv mitzuwirken und an einer Aufgabe zu arbeiten. Das kann beispielsweise die Gestaltung eigener Medienprodukte zu einem zuvor diskutierten Themenkomplex sein. Das macht nicht nur Spaß und bringt Abwechslung, sondern gibt Kindern und Jugendlichen auch die Möglichkeit, Besprochenes zu reflektieren und ihre Perspektive einzubringen. Denkbar ist beispielsweise die Erstellung von Memes, Comics, Social-Media-Posts sowie Trick- oder Erklärfilme.

Für Interaktion und zielgerichtetes Lernen in der Online-Veranstaltung sorgen auch Tools, mit denen Informationen gebündelt oder das eigene Wissen getestet werden kann. Kinder und Jugendliche sind meist neugierig auf solche Anwendungen und haben Lust darauf, sie auszuprobieren. Im folgenden Infokasten haben wir einige Beispiele für Sie gesammelt.

Tool-Tipps für Online-Veranstaltungen:

  • Wonder.me: Virtueller Raum, in dem Begegnungen und Unterhaltungen in (Klein-)Gruppen stattfinden können
  • Mentimeter: Abstimmungs- und Brainstorming-Tool mit vielen unterschiedlichen Funktionen
  • Flinga: Digitales Brainstorming und Mindmapping (Hinweise in diesem ACT ON!-Artikel).
  • Padlet: Digitale Pinnwand mit vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit
  • Taskcards: Datenschutzfreundliches Tool mit ähnlichen Funktionen wie Padlet.com
  • H5P: Erstellung von interaktiven Lerneinheiten
  • Kahoot!: Interaktives Quiz- und Umfragetool
  • Code: Niedrigschwellig programmieren lernen durch das Codieren von Spielen, Tanz-Clips und ähnlichem

Unbedingt einbauen sollten Sie sogenannte Warm-ups oder Energizer. Sie lockern auf, können Bewegung anregen, machen Spaß und fördern das Kennenlernen. Zahlreiche Beispiele liefert die Webseite www.workshop-spiele.de.

Los geht’s!

Mit diesen Tipps und Informationen sind Sie nun bestens auf die Gestaltung Ihrer Online-Veranstaltung vorbereitet. Für weitere Ideen sollten Sie auch künftig die ACT ON!-Website gut im Blick behalten, denn dort werden immer wieder Projektberichte, Tool-Tipps und Methoden-Ideen veröffentlicht.

Viel Spaß bei Ihrem Online-Event wünscht Ihnen die ACT ON!-Redaktion!

Lilly Werny