„Ja wenn er nicht in die Kamera schaut, … dann ist es eine Lüge“ – Glaubwürdigkeit von YouTube-Videos

Der ACT ON! Short Report Nr. 6 behandelt die Perspektive von 10- bis 12-Jährigen auf die Glaubwürdigkeit von YouTube-Videos. Die Gruppeninterviews zeigen, dass etliche Befragte bestimmte Präsentationsarten, wie z. B. Produktplatzierungen stark hinterfragen. Insgesamt reichen ihre Einschätzungen von vollständigem Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Botschaften bis hin zu ausgesprochener Skepsis gegenüber allen Youtuber*innen. Zudem erklärten die 10- bis 12-Jährigen ihre Sicht auf weitere Risiken auf YouTube.

Es können unter anderem die folgenden Schlussfolgerungen gezogen werden:

  • Die Heranwachsenden haben Kriterien und Indikatoren entwickelt, um die Glaubwürdigkeit von Youtuber*innen zu beurteilen. Trotzdem fällt ihnen eine eindeutige Einordnung zuweilen schwer und nicht alle Kriterien sind wirklich geeignet.
  • Die Heranwachsenden verlieren ihre Skepsis meist, wenn es um die eigenen YouTube-Favoriten geht.
  • Die geäußerte Kritik stellt einen guten Anfang dar, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zuverlässigere Anhaltspunkte zu entwickeln.
  • Die Heranwachsenden sind mit der Vermeidung verstörender und ungeeigneter Inhalte überfordert. Einige ihrer selbst gefundenen Strategien können in pädagogischen Settings weiterentwickelt werden.

Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich: Die Glaubwürdigkeit der Youtuber*innen ist den Befragten sehr wichtig. Zentrale Aspekte sind für sie die authentische Präsentation von Persönlichem, Ehrlichkeit bei Werbung und anderen Versprechen. Für wichtig halten sie auch korrekte Sachinformationen zu gesundheitsrelevanten Themen, wie beispielsweise zu Abnehmpillen. (Un-)glaubwürdigkeit machen sie an Kriterien fest, die entweder allgemein oder eher für spezifische Videoformate gelten: Sie achten etwa auf die innere Logik eines Videos oder bei Informationsvideos auf die Angabe von Quellen.

YouTube ist eine der beliebtesten und meistgenutzten Online-Plattformen für Jugendliche. In den Gruppeninterviews der ACT ON! Monitoringstudie äußerten sich 85 Kinder und Jugendliche zu ihrer Perspektive auf die Plattform YouTube, die sie fast alle kennen und nutzen. Insgesamt gibt ein gutes Viertel der Befragten an, eigene Videos auf verschiedenen Plattformen, so auch Instagram, TikTok und Snapchat, zu veröffentlichen. Ein knappes Zehntel der Befragten veröffentlicht auf YouTube. Sie versuchen sich dort im Genre Let’s Play und erhoffen sie sich davon: Bekanntheit, positiven Zuspruch in den Kommentaren und Spaß an der Videoerstellung.

 

 

Hier können Sie den Short Report Nr. 6 einsehen und herunterladen.