Spiele-Apps: Daten und Kosten?

Ergebnisse aus dem ACT ON!-Monitoring wurden am 5. Juli 2017 auf der Veranstaltung App-gezockt und spielend ausgehorcht? vorgestellt, die von jugendschutz.net und Stiftung Warentest im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz durchgeführt wurde.

Wie Heranwachsende Risiken der Marktteilnahme und des Persönlichkeitsschutzes wahrnehmen und verstehen, war Thema des ACT ON!-Vortrags. Das ACT ON!-Monitoring zeigt: Heranwachsende sind durchaus risikobewusst, aber die Risiken sind nur schwer in den Griff zu bekommen.
Kostenfallen und Betrug beschäftigen 10- bis 12-Jährige im Bereich der Spiele sehr. Wichtig ist für die Taschengeldabhängigen die Vermeidung von Kosten. So sagt z.B. eine 12-Jährige: „Ich lade mir einfach nichts herunter, was etwas kostet.“ Umso mehr fürchten die Kinder einerseits Kostenfallen und beschäftigen sich andererseits mit verlockenden Gratisangeboten, die nicht immer vertrauenswürdig sind. Problematisch finden etliche Kinder auch Spiele-Apps, die nur so richtig Spaß bringen, wenn man fortwährend In-App-Käufe tätigt. „Man sollte auch bei Spielen aufpassen, die am Anfang überhaupt nichts kosten … man kann halt schnell viel Geld bezahlen…“ warnt daher eine 11-Jährige.

Datenrisiken können Kinder am besten nachvollziehen, wenn sie sich vorstellen, dass ihre Daten für andere Internetnutzer sichtbar werden könnten. Sie fürchten, dass sie durch diese anderen dann angesprochen oder belästigt werden. Die Datenauswertung durch kommerzielle Anbieter können dagegen nur wenige auf sich beziehen. Hauptsächlich die 12- bis 14-Jährigen machen sich dazu Gedanken, was z.B. Geheimdienste mit ihren Daten anfangen könnten. Da schwanken sie – ähnlich wie viele Erwachsene – zwischen naiver Verdrängung und übertriebenem Misstrauen.

Stiftung Warentest und Jugendschutz.net stellten eine aktuelle Analyse von 50 kindaffinen Spiele-Apps vor. Viele der Apps weisen zum Teil erhebliche Mängel im Bereich des Daten- und Verbraucherschutzes auf. Über die Hälfte der Apps senden Daten, mit denen Nutzer identifiziert werden können. Im Test belohnen es 24 Apps, wenn sich Spieler mit Facebook-Zugangsdaten anmelden. Da Facebook Heranwachsende unter 13 Jahren ausschließt, werden diese dadurch verleitet, sich mit einer falschen Altersangabe dennoch bei Facebook anzumelden. Durch die Verknüpfung von Facebook können weitere Daten gesammelt werden.

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