Fake News in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise macht deutlich, wie schnell und weitläufig sich Fake News im Netz verbreiten und wie schwierig es ist, sie zu erkennen. Für Kinder und Jugendliche ist es deshalb besonders wichtig zu lernen, Nachrichten kritisch zu hinterfragen und die Seriosität von Quellen einzuschätzen.

In Social-Media-Angeboten sind aktuell abenteuerliche Behauptungen zum Coronavirus zu lesen. So wird zum Beispiel geschrieben, dass das Virus durch Trinkwasser übertragen wird, aber auch, dass eine Ansteckung angeblich durch ein paar Schlucke Wasser alle 15 Minuten verhindert werden kann. Die Corona-Krise ist ein gutes Beispiel dafür, wie massiv sich Fake News im Netz verbreiten und wie schwer es ist, durch teils gut nachvollziehbare Begründungen, zu unterscheiden, was wahr und was erfunden ist.

Unter Fake News werden bewusst verbreitete Falschmeldungen, vor allem in Social-Media-Diensten, verstanden, durch die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Dahinter können unterschiedliche Ziele stehen: Manchmal geht es darum, aus politischen Gründen Meinungen zu manipulieren, hohe Klickzahlen und somit auch Einnahmen zu erzielen oder Computerviren zu verbreiten, durch die sich beispielsweise Daten abgreifen und verkaufen lassen.

Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, scheinen die vermeintlichen Neuigkeiten besonders schockierend, wichtig oder sensationell zu sein. Solche gefälschten Nachrichten können gesellschaftliche Stimmungen massiv prägen und gerade in Krisensituationen, wie der aktuellen Corona-Krise, zu Verunsicherung, Wut oder sogar Panik führen. Eine solche Auswirkung zeigt sich beispielsweise durch die gefälschte Nachricht, dass manche Supermarktketten ihre Öffnungszeiten einschränken. Eine solche Nachricht führt zu Angst, Hamsterkäufen und dann zu leeren Regalen, die wiederrum bei anderen Personen Panik verursachen. Um solche Prozesse zu verhindern, ist es wichtig, dass Nachrichten überprüft werden und nicht ohne Prüfung an die Familie, Freunde und Co. weitergegeben oder geschickt werden. Doch wie kann überprüft werden, ob eine Meldung der Wahrheit entspricht?

Die Seriosität von Quellen einschätzen

Kinder und vor allem Jugendliche informieren sich zu einem Großteil online und werden deshalb häufig auch mit Fake News konfrontiert. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, Nachrichten zu hinterfragen und Falschmeldungen zu erkennen. In der Corona-Krise werden derzeit vor allem Fake News veröffentlicht, die auf keiner seriösen Quelle beruhen, es werden Fakten erfunden oder in einen anderen Kontext gestellt. So hat beispielsweise bei YouTube ein Arzt Behauptungen rund um das Coronavirus aufgestellt, die im Nachgang als Fake News enttarnt wurden. Die Tatsache, dass die Informationen von einem Arzt kamen, hat zunächst zu seiner Glaubwürdigkeit beigetragen. Zudem zeigt sich hier, dass nicht nur Facebook oder Twitter zur Verbreitung genutzt werden, auch besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebte Plattformen, wie YouTube, TikTok oder Instagram, dienen der Verbreitung von Fake News.

Strategien, zum Entlarven von Fake News

Doch wie können Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene  Fake News besser erkennen? Mithilfe der Strategien Quellencheck und Faktencheck ist es möglich Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Beim Quellencheck wird die Seriosität der Quelle beurteilt. Bei Profilen in Social-Media-Angeboten hilft es, sich den*die Nutzer*in, der*die den Beitrag gepostet hat, genauer anzuschauen:

  • Verwendet er*sie ein Pseudonym?
  • Wurde das Profil erst kürzlich erstellt?
  • Postet er*sie häufig scheinbar unglaubwürdige Nachrichten?

Falls die Antworten auf diese Fragen ja lauten, sollte man kritisch werden und weiter nachforschen. Bei der Einschätzung von Berichten und Posts helfen folgende Fragestellungen:

  • Handelt es sich um ein anerkanntes und vertrauenserweckendes Medium? Oder deutet der Name auf ein Sensationsmedium hin (zum Beispiel heftig.de)?
  • Wird neutral über das Thema berichtet oder sind Überschrift und Beitrag stark meinungslastig oder auch provokant formuliert?
  • Ist die Aufmachung seriös oder wird der Beitrag durch Emojis und schockierende Überschriften extrem und sehr auffällig dargestellt?
  • Passen Text und Bild zusammen?

Extreme Aufmachungen und Namen, stark meinungsmachende Beiträge, die nicht als solche gekennzeichnet sind, sowie eine unlogische Bildsprache sprechen für eine Falschmeldung. Gleiches gilt für Kettenposts und Ketten-Sprachnachrichten, in denen sich beispielsweile vermeintliche Expert*innen zu Wort melden und Tipps geben, wie eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern werden kann. Bei solchen Beiträgen handelt es sich häufig um Falschmeldungen. Besonders problematisch ist dabei, dass junge User*innen diese von Freund*innen geschickt bekommen, denen sie vertrauen, weshalb sie die Inhalte solcher Nachrichten tendenziell weniger hinterfragen.

Im nächsten Schritt, dem Faktencheck, werden die vermeintlichen Tatsachen aus dem Artikel, dem Post oder auch dem Video mithilfe einer Internetrecherche überprüft. Dabei wird geprüft, ob auch andere, große und seriöse Medien über die News berichtet haben. Ist das nicht der Fall, ist die Nachricht vermutlich gefälscht. Es kann auch hilfreich sein, Webseiten wie mimikama.at zu besuchen und dort nach der Neuigkeit zu suchen. Die Aufklärungsseite hat sich darauf spezialisiert Fake News zu entlarven und die tatsächlichen Hintergründe aufzudecken. Anlässlich der Corona-Krise wurde eine eigene Rubrik angelegt, die die gängigsten Falschmeldungen bezüglich des Virus abhandelt.

» Gemeinsam entlarven!
Machen Sie den Quellen- und Faktencheck bei der nächsten Nachricht doch einfach gemeinsam mit Ihren Kindern oder im Online-Unterricht, um mögliche Falschmeldungen gemeinsam zu entlarven und die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen bei der Recherchekompetenz zu stärken.