Ablauf
Zu Beginn zeigt die Lehrperson den Jugendlichen verschiedene Bilder, die so auf Social Media-Profilen erscheinen könnten (Bildideen im Anhang). Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um harmlose Bilder von Kindern und Jugendlichen im Alltag. Wenn Sie eigenständig Bilder recherchieren wollen, können die folgenden Merkmale als Orientierung dienen. Dabei sollte der Persönlichkeitsschutz der Abgebildeten berücksichtigt und Gesichter gegebenenfalls unkenntlich gemacht werden.
Merkmale für die Bildauswahl: Hinweise auf…
- persönliche Interessen, z. B. Poster der Lieblingsband, Trikots von Sportvereinen oder Haustiere im Bildhintergrund
- Hobbys und Freizeitaktivitäten
- Wohn- oder Schulort, z. B. Adressen, Straßenschilder, Gebäude im Hintergrund oder Schuluniformen
- das soziale Umfeld, z. B. Freund*innen, Sportvereine, Jugendclubs
- den Aufenthaltsort, z. B. durch Markierungen von Lieblingscafés,
Schwimmbädern oder Sportplatz
Info
Bilder finden Sie zum Beispiel bei pixabay.com oder pexels.com. Beachten Sie die auf dem Profil angegebenen Nutzungsrechte.
Die Jugendlichen bilden Zweiergruppen (bei ungerader Gruppengröße maximal drei Teilnehmer*innen pro Gruppe) und erhalten jeweils ein Bild. Sie tauschen sich darüber aus, wie sie das Bild wahrnehmen und welche Informationen es über die postende Person preisgibt. Anschließend stellen die Gruppen im Plenum ihr Bild und ihre Eindrücke vor.
Gemeinsam wird anschließend diskutiert, warum es problematisch sein kann, wenn andere – insbesondere Fremde – über diese Informationen verfügen und wie diese genutzt werden könnten.
Dabei können unter anderem folgende Aspekte angesprochen werden:
- Preisgabe von Informationen an Cybergroomer*innen
- mögliche Anlässe für Mobbing
- Preisgabe besonders persönlicher Informationen, z. B. Krankheiten, frequentierte Orte, Adressen
Info
Es ist sinnvoll, Mobbing und Cybergrooming bereits zuvor mit den Teilnehmenden zu thematisieren. Zur Vorbereitung für die Lehrkraft eignet sich unser Projektblogbeitrag zu Cybergrooming. Für die Auseinandersetzung mit Mobbing empfehlen wir das umfangreiche Material von klicksafe.
Medienproduktion
Anschließend erstellen die Teilnehmenden in Kleingruppenarbeit (ca. 3 Personen) Aufklärungskampagnen für Gleichaltrige in Form einer Audioaufnahme. Dafür können sie beispielsweise ein Expert*inneninterview (die Teilnehmenden nehmen selbst die Expert*innenrolle ein), eine Nachrichtensendung oder einen Podcast gestalten, in dem sie über das Thema informieren.
Zu Beginn wird gemeinsam besprochen, was eine Kampagne ausmacht und welches Ziel sie verfolgt: über ein Thema informieren und zum Mitdenken und/oder Mitmachen anregen. Anschließend wird im Plenum anhand eines Beispiels erläutert und geübt, wie die Audioproduktion umgesetzt werden kann.
Für die Audioproduktion stehen den Jugendlichen 40 Minuten zur Verfügung. Zunächst überlegen sie, wie sie ihre Kampagne gestalten möchten und was ihnen dabei wichtig ist, z. B. Format, Thema, Zielsetzung, Ansprache.
Anschließend werden die fertigen Audiobeiträge gemeinsam angehört und besprochen.
Info
Wenn genug Zeit ist, können die Teilnehmenden auch ihre eigenen Profile, beispielsweise auf Instagram oder TikTok, überprüfen und schauen, welche Informationen sie auf ihren Fotos möglicherweise über sich preisgeben. Dabei sollte jedoch niemand dazu verpflichtet werden, das eigene Profil mit anderen zu teilen.
Erstmals veröffentlicht am 15.12.2022



