Wie Jugendliche Popularität auf TikTok sehen – Ergebnisse auf einen Blick!

10. Dezember 2020

Die Grafik zum ACT ON! Short Report Nr. 7 gibt einen Einblick in die Sichtweise von Jugendlichen zum Thema Popularität auf TikTok, ihre Erfahrungen und Bewertungen sowie mögliche Handlungsweisen. 

Hohe Popularität stellt für die befragten TikTok-Nutzer*innen eine wichtige Plattformnorm dar. Gleichzeitig kann es aber auch Schattenseiten haben, die Aufmerksamkeit anderer Nutzer*innen auf sich zu ziehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich in den Diskussionen der Jugendlichen auch eine ambivalente Haltung zur Popularität zeigt. Die Kehrseite besteht aus Sicht der Jugendlichen vor allem darin, der Kritik anderer Nutzer*innen ausgesetzt zu sein.

Die befragten TikTok-Nutzer*innen bemerken einen auf der Plattform herrschenden hohen Perfektions-und Konformitätsdruck. Aussehen, Kleidung und Fähigkeiten stünden stets unter kritischer Beobachtung und würden häufig zur Zielscheibe von Hate-Kommentaren. Die hohe Anonymität auf dieser internationalen Plattform trägt den Jugendlichen zufolge dazu bei, dass unüberlegte oder absichtlich verletzende negative Kommentare verfasst würden.

Ablehnung und Herabwürdigung würden auch mittels unterschiedlicher Plattformfunktionen zum Ausdruck gebracht. Daher versuchen die Heranwachsenden in ihrer Selbstdarstellung und der Produktion der Videos alle Peinlichkeiten und jeglichen Anlass für Kritik und Hate zu vermeiden.

Wer Popularität erreichen oder bestimmte Formen der Zusammenarbeit nutzen möchte, so etwa das Erstellen von Duetten, muss darauf verzichten, den öffentlichen Zugriff auf sein Profil oder seine Videos durch Privatsphäre-Einstellungen zu begrenzen. Allerdings, so wissen die Befragten, hätten die einzelnen TikToker*innen selbst bei privat gestellten Profilen und Videos keine wirkliche Kontrolle darüber, wer möglicherweise Videos herunterlade oder abfilme und anschließend weiterverbreite, etwa um sich darüber lustig zu machen. Vor dem Blick und Zugriff anderer Nutzer*innen schützt letztlich nur die Strategie, die Videos gar nicht zu veröffentlichen und lediglich als Entwurf zu speichern. Dies lässt sich wiederum nicht gut mit der Motivation der Jugendlichen vereinbaren, mit anderen TikTok-Nutzenden zu kommunizieren, denn Videos sind ein Anknüpfungspunkt für den Nachrichtenaustausch.

Je größer die anvisierte Öffentlichkeit, desto mehr raten also die befragten TikTok-Nutzer*innen dazu, möglichst wenig von der eigenen Person preiszugeben. Sie können auch einige Strategien nennen, die dem Ziel dienen sollen, die Identität der eigenen Person möglichst zu verschleiern.

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ACT ON!-Forschung