#beyourself – Instagram-Inhalte als Orientierungsangebote für die Identitätsarbeit

Medienanalyse und Einschätzungen von Kindern und Jugendlichen

20. Juni 2022

Der ACT ON! Short Report Nr. 9 beinhaltet die Ergebnisse einer Medienanalyse von Instagram und erste Stimmen von 10- bis 14-Jährigen. Der vorliegende Short Report zeigt auf, welche Angebotsarten ältere Kinder und Jugendliche wahrnehmen können, wenn sie auf Instagram nach Inhalten suchen, die potenziell Relevanz für die Identitätsentwicklung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt besitzen.

 

Instragram-App auf einem Smartphone

Quelle: Pexels

Instagram erfreut sich sehr großer Beliebtheit bei Kindern und Jugendlichen. Diese Social-Media-Plattform kann dazu genutzt werden, um Informationen zu teilen und diese mit anderen Nutzenden zu diskutieren. Neben dieser Nutzung bietet Instagram den Heranwachsenden auch eine Plattform, in dem sie ihre eigene Kreativität ausleben können und dementsprechend sich selbst inszenieren können. Wichtig zu erwähnen ist, dass auch andere Profile auf Instagram im Hinblick auf die Identitätsentwicklung eine Rolle spielen.

Der vorliegende Short Report zeigt auf, welche Angebotsarten ältere Kinder und Jugendliche wahrnehmen können, wenn sie auf Instagram nach Inhalten suchen, die potenziell Relevanz für die Identitätsentwicklung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt besitzen. Das analysierte Material zu identitätsrelevanten Themen wurde über eine hashtaggeleitete Suche nach Beiträgen und zugehörigen Profilen gewonnen. Aus einer vorhergehenden Befragung wurden Hashtags zum Thema Identität bei pädagogischen Fachkräften erfragt und anschließend von den Heranwachsenden geprüft und ergänzt. Anhand dieser Hashtags wurden dann über 100 Instagram-Profile für die Analyse ausgewählt.  

Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass auf Instagram auch Orientierungsangebote gemacht werden, die jenseits der gängigen Geschlechterstereotype, Schönheitsideale und Optimierungszwänge liegen und die vor allem auf Entwicklung durch Selbstakzeptanz und gegenseitige Toleranz setzen. Nicht zu leugnen ist allerdings, dass die Präsentation der Themen auf der Plattform in der Regel sehr oberflächlich bleibt und höchstens Anstöße zu einer weitergehenden Auseinandersetzung bietet. Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist, dass sich die Propagierung überkommener Stereotype und Vorurteile durchaus auch in Profilen und Beiträgen weniger bekannter Nutzer*innen finden lässt, zum Teil sogar in sehr provokanter Form.

Außerdem wurden Forschungs-Workshops durchgeführt, um erste Stimmen von Kindern und Jugendlichen einzuholen.

Von 23 Befragten im Alter von zehn bis 14 Jahren gaben 13 an, Instagram zu nutzen. Davon nutzen fast alle Instagram täglich und ein Drittel von ihnen hat bereits eigene Videos oder Bilder hochgeladen.

Aus den Ergebnissen der Medienanalyse und der Workshops ergeben sich weitere Forschungsfragen, von denen einige in der nachfolgenden Befragung – im Rahmen von Forschungsworkshops im Sommer 2022 – vertieft werden können.

 

Hier gibt es den Bericht zum Herunterladen: Short Report Nr. 9