4. November 2022 | Praxis

Terminpuzzle

Kinder und Jugendliche schlüpfen in die Rolle fiktiver YouTuber*innen und reflektieren, wie viel Aufwand und welche Kompetenzen hinter der Betreibung eines YouTube-Kanals stecken.

Kurzbeschreibung
Beim Terminpuzzle schlüpfen die Teilnehmer*innen in die Rolle eines*r fiktiven YouTuber*in und erstellen einen Terminplan. Die Methode bietet Gesprächsanlässe, um zu thematisieren, wie viel Aufwand hinter der Betreibung eines YouTube-Kanals steckt und wie stressig der Alltag von YouTuber*innen sein kann.
Themen & Inhalte
Influencer*innen, Alltag, Selbstdarstellung, YouTube, Job, Geschäftsmodell Influencer*in, Medienproduktion, Work-Life Balance
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren
Gruppengröße
bis zu 28 Personen (maximal vier Personen pro Kleingruppe)
Zeitlicher Rahmen
30-40 Minuten (inklusive Reflexionsgespräch)
Material- und Technikbedarf
Terminkalender, Puzzleteile (Termine), Szenarien in gedruckter Form (siehe Anhang)

Ablauf

Die Teilnehmenden erhalten zunächst ein Szenario eines*einer YouTuber*in. Die Kinder und Jugendlichen überlegen sich nun, wie der Terminkalender des*der fiktiven YouTuber*in aussehen könnte.

Mögliche Leitfragen:

  • Wie betreiben sie ihren Kanal?
  • Wie viel Freizeit haben sie?
  • Gehört eine Insta-Story drehen auch zur Freizeit?
  • Wie viel Zeit braucht es, um ein YouTube-Video zu produzieren?
  • Wer steckt alles hinter einem YouTube-Kanal?

Diesen Teilnehmenden denken über die Fragen nach und legen die entsprechenden Puzzleteile (Termine) so, wie sie es als realistisch erachten, auf die ausgedruckte Kalendervorlage. Neben den vorgefertigten Puzzleteilen mit möglichen To-dos der YouTuber*innen können die Teilnehmenden kreativ werden und sich eigene To-dos ausdenken. Darunter können sich auch Aktivitäten befinden, die YouTuber*innen für ihre Freizeit planen. Auf den leeren Puzzleteilen können die Spielenden zudem bestehende To-dos duplizieren, wenn sie das Gefühl haben, dass diese Aktivitäten mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Die Terminkalender können von den Teilnehmenden sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit befüllt werden. Dabei entstehen viele verschiedene Terminkalender, die nun die Grundlage für die Anschlussdiskussion bieten.

Im Plenum wird nun gemeinsam diskutiert:

  • Erscheint euch der Terminkalender realistisch?
  • Habt ihr euch den Alltag von YouTuber*innen so vorgestellt?
  • Findet ihr die Termin- und Zeitplanung ansprechend?
  • Wie viele Personen arbeiten (indirekt) an diesem YouTube-Kanal mit?
  • Könntet ihr es in eurem Leben zeitlich einrichten, selbst einen YouTube-Kanal zu betreiben?

Im Rahmen der Reflexion eignet es sich, auch die Größe des YouTube-Kanals miteinzubeziehen, da bereits verhältnismäßig kleine YouTube-Kanäle mit sehr großem Aufwand verbunden sind, und sich die To-dos bei größeren Kanälen häufig mehr auf Repräsentation und Kooperationsanfragen beziehen, während die eigenständige Videokonzeption dabei meist in den Hintergrund rückt oder durch ein zusätzliches Team organisiert wird. In diesem Zusammenhang kann diskutiert werden, ob die Kinder und Jugendlichen denken, dass sich der Terminkalender ändern würde, wenn der Kanal wächst und wenn ja, inwiefern.

Info

Der Beruf YouTuber*in kann auf den ersten Blick aufregend und unkompliziert wirken: eigene Interessen teilen, kreativ sein und damit Geld verdienen. Hinter einem erfolgreichen YouTube-Kanal steckt jedoch häufig viel Arbeit, Zeit und Organisation. Gleichzeitig ist es ein Privileg, die Möglichkeit zu haben, aus diesem Hobby einen Beruf zu machen und davon leben zu können. Die Methode lädt dazu ein, beide Seiten zu betrachten und den Berufswunsch YouTuber*in differenziert zu reflektieren.

Erstmals veröffentlicht am 04.11.2022

Anhang: Arbeitsmaterial

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