Kinder und Jugendliche reflektieren die Wahrnehmung und Wirkung von Influencer*innen.
Ablauf
„Feel the influence“ ist eine niedrigschwellige Methode, mit der Kinder und Jugendliche spielerisch ihre Gefühle und Wahrnehmungen gegenüber Influencer*innen bzw. Content Creator*innen reflektieren können. Die Methode eignet sich für einen lockeren, interaktiven und thematischen Einstieg in die Wirkung von Social Media sowie Stereotype und Rollenbilder und fördert zugleich Offenheit und Verständnis für Perspektiven und Wahrnehmungen ihrer Peers.
Zur Vorbereitung wählt die Fachkraft ein Influencer*innen-Profil bei Instagram, Youtube, Tiktok, Twitch etc. aus, das analysiert werden soll. Die Kinder und Jugendlichen können auch vorab gefragt werden, welche Creator*innen sie interessant finden oder welche Plattformen sie am liebsten nutzen. Die Fachkraft markiert am Boden oder an der Wand eine Skala. Auf dieser werden die beiden Pole 1 und 10 sowie die Mitte markiert, sodass sich die Teilnehmenden entlang der Skala positionieren können.
Das ausgewählte Profil wird von der Fachkraft über den Beamer projiziert. Die Kinder und Jugendlichen sollen auf die Anzahl der Likes, Kommentare und Follower*innen achten. Anhand einiger Einstiegsfragen wird der Account gemeinsam mündlich analysiert.
Beispielfragen:
- „Was macht das Profil/die Person aus?“
- „Was ist besonders?“
- „Was fällt auf?“
Im nächsten Schritt liest die Lehrperson die Aussagen 1 bis 7 zur Wahrnehmung der*des Influencers*in laut vor. Anschließend werden diese von den Teilnehmenden bewertet.
1. Ich finde das Profil/die Person interessant und will mehr wissen/sehen.
2. Ich finde das Profil langweilig.
3. Ich möchte so sein wie diese Person.
4. Ich möchte auch so ein Leben führen wie diese Person.
5. Ich finde das Profil doof.
6. Ich mag diese Person.
7. Die Person ist ein Vorbild.
Nach jeder Aussage positionieren sich die Kinder und Jugendlichen auf der vorbereiteten Skala:
- 1 = trifft überhaupt nicht auf mich zu.
- 10 = trifft vollkommen auf mich zu.
Um den Austausch zu fördern, werden die Teilnehmenden nach jeder Aussage von der Fachkraft gefragt, ob sie ihre Position begründen möchten.
In einer Abschlussrunde kann gemeinsam reflektiert werden, wie die Teilnehmenden die Positionierung erlebt haben. Im Zuge dessen kann erfragt werden, ob den Kindern und Jugendlichen aufgefallen ist, dass sich die Aussagen zur Positionierung teilweise auf ein Profil und teilweise auf die Person selbst bezogen haben. Anschließend kann gemeinsam reflektiert werden, inwiefern sich ein Profil von der Person dahinter unterscheiden kann. Dabei kann deutlich werden, dass Content Creator*innen auf Social Media oft nur ausgewählte Ausschnitte ihres Lebens zeigen.
Möglicherweise wird im Austausch bereits die Entstehung von Rollenbildern und Stereotypen thematisiert. Die Lehrperson kann diese Gelegenheit nutzen, um die Teilnehmenden für diese Themen zu sensibilisieren. Weiterführende Methoden und Materialien zu Rollenbildern und Geschlechterstereotypen finden sich beispielsweise bei GenderONline.
Info
Da es bei der Methode in erster Linie um die Wirkung von Inhalten bzw. Personen geht, können anstelle von Social-Media-Accounts auch andere öffentliche Bilder, Videos oder Inhalte gezeigt werden, um ein bestimmtes Thema einzuleiten, z. B. Körperbilder, Idealbilder, (Gender-)Stereotype, Diskriminierung etc. Für diese Analyse eignen sich auch Accounts von sogenannten Sinnfluencer*innen. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.
Mögliche Profile zur Analyse (Stand: 20.07.2026)
Der Content der hier aufgeführten Content Creator*innen ist sehr unterschiedlich, weshalb die Fachkraft bei der Auswahl vorab überprüfen sollte, ob dieser angemessen und dem Alter der Kinder und Jugendlichen entsprechend ist.
Instagram:
- @kyliejenner
- @montanablack
- @pamela_rf
- @julienbam
- @juleslw
- @christianwolf
Youtube:
- @Knossi
- @HeyIsi
- @MiiMii
- @Schlumpf
- @Die_Ritzkes
- @JoeysJungle
TikTok:
- @nadinebreaty
- @lenamantler
- @emiirbayrak
- @finnel
- @juliabeautx
- @christos_71
Erstmals veröffentlicht am 06.06.2024



