Bei dieser reflexiven Methode üben die Teilnehmenden den sicheren und reflektiven Umgang mit Challenges. Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen Strategien an die Hand zu geben, auf die sie in schwierigen Situationen zurückgreifen können.
Ablauf
Die Einheit wird eingeleitet mit einem lockeren Gespräch über Challenges. Mögliche Fragen sind: Was bedeuten Challenges für euch persönlich? Wo begegnen euch Challenges? Kennt ihr auch Challenges, die nicht auf Social Media stattfinden? Verbindet ihr auch Unangenehmes mit Challenges? Warum glaubt ihr, machen Menschen Challenges mit? Um eine offene und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu schaffen, können die Teamleiter*innen von (harmlosen!) Mutproben aus ihrer Kindheit und Jugend erzählen.
Daran anschließend werden auf einem Plakat alle Challenges gesammelt, die den Kindern einfallen. Es kann auch danach gefragt werden, welche Challenges gerade angesagt sind und welche schon längst „out“. Nachdem alle Challenges notiert wurden, werden drei Kategorien eröffnet: „würde ich mitmachen“ (grün), „würde ich nicht mitmachen“ (rot), „weiß nicht“ (orange). Jedes Kind bekommt neun Klebepunkte, drei von jeder Farbe. Diese dürfen sie nun hinter die jeweilige Challenge auf das Plakat kleben und geben so ihre Einstellung gegenüber der Challenge an.
Es entsteht ein Eindruck, wie die Teilnehmenden Challenges einschätzen. Wahrscheinlich gibt es Challenges, bei denen viele grüne oder rote Punkte kleben. Die Teilnehmenden werden aufgefordert, das Ergebnis zu beschreiben. Die Workshopleitung sollte ganz besonders auf die Challenges hinweisen, bei denen viele orangefarbene Punkte kleben, da bei diesen nicht klar ist, ob eine Challenge mitgemacht wird oder nicht. Fragen Sie in die Runde: „Wenn wir uns unsicher sind, wie können wir dann entscheiden, ob wir an einer Challenge teilnehmen sollen oder nicht?“. Diskutiert die Ideen.
Info
Die Community Richtlinien von Tik-Tok verbieten Videos von gefährlichen Challenges und Tik-Tok geht auch gegen diese vor. Dennoch werden nicht immer alle Videos direkt gelöscht und so stoßen Nutzer*innen regelmäßig auf solche Inhalte. Um als User*in in diesem Fall richtig reagieren zu können, hat Tik-Tok eine Strategie veröffentlicht, die für die pädagogische Arbeit zu Challenges gut eingesetzt werden kann.
Präsentiert nun die Tik-Tok-Strategie : Stoppen, Nachdenken, Entscheiden, Handeln
- Stoppen = Innehalten, einen Moment tief durchatmen, sich selbst besser spüren
- Nachdenken = „Was könnte bei dieser Challenge schiefgehen?“, „Fühle ich mich
bedrängt, an der Challenge teilzunehmen?“, „Wer hat ein Interesse daran, dass ich an der
Challenge teilnehme?“, “Was passiert, wenn ich nicht teilnehme?” … - Entscheiden = das Für und Wider gut abwägen
- Handeln = wenn sich gegen die Teilnahme an einer Challenge entschieden wird: aus
der Situation gehen, anderen helfen auch eine gute Entscheidung zu treffen, sich bei
einem Erwachsenen Unterstützung holen, gefährliche Inhalte auf Social Media melden
(auf den Plattformen selbst oder unter jugendschutz.net und internet-beschwerdestelle.
de) und nicht weiterverbreiten.
Diese konkreten Schritte können für einzelne Challenges, bei denen orangene Punkte vergeben wurden, “laut denkend” durchgegangen werden.
Ziel ist es, dass die Teilnehmenden gewappnet sind für reale Drucksituationen. Sollten sie in eine Situation geraten, bei der es darum geht, an einer Challenge teilzunehmen oder nicht, können sie auf die erlernte Strategie zurückgreifen und sind weniger anfällig für unüberlegte Entscheidungen.
Erweiterung:
Wer etwas mehr Zeit hat, kann an diese Einheit noch eine medienpraktische Übung anhängen. Dabei wird eine Challenge ausgerufen: “Wer denkt sich die beste Challenge aus?”
Info
Bei Challenges geht es im Kern darum, etwas nachzumachen. Mit dieser Übung wird sich jener Dynamik entgegengestellt und die Teilnehmenden entwickeln ihre eigenen Ideen.
Ausgehend von der Diskussion werden zuerst Kriterien für eine gute Challenge erarbeitet. Mögliche Kriterien sind: sicher, lustig, originell, für einen guten Zweck…
Die Teilnehmenden dürfen sich jetzt in Gruppen zusammenfinden und eine eigene, an den Kriterien orientierte Challenge ausdenken. Nachdem sie ein Konzept entwickelt und den Namen der Challenge auf ein separates Plakat geschrieben haben, bekommen sie ein Tablet. Mit einer Videoschnitt-App (z. B. iMovie) können sie ein kurzes Video der Challenge drehen. Die fertigen Challenge-Videos werden gesammelt und dem Plenum gezeigt.
Dann bekommen die Teilnehmenden wieder Klebepunkte (einen grünen pro Person). Diesen Punkt dürfen sie nun hinter die Challenge kleben, die sie am liebsten mitmachen würden. Es dürfen keine Punkte für die eigene Challenge vergeben werden.



