24. November 2022 | Praxis

Hate-Speech-Ampel

Bei dieser Methode wird das Thema Hate Speech spielerisch aufgegriffen: Jugendliche setzen sich dabei selbstständig mit Hate Speech auseinander, bewerten Kommentare und erarbeiten Handlungsstrategien zum Umgang mit Hate Speech.

Kurzbeschreibung
Die Jugendlichen suchen online gezielt nach Hasskommentaren und bewerten im Nachgang gegenseitig ihre Funde mit dem Ampelsystem. Im Anschluss lernen die Teilnehmenden alles über Counterspeech und reagieren auf die gefundenen Hasskommentare.
Themen & Inhalte
Hate Speech und Counter Speech, aber auch Definitionen von Rassismus, Homophobie, Sexismus etc.
Zielgruppe
Jugendliche ab 13 Jahren
Gruppengröße
8 bis max. 26 Personen
Zeitlicher Rahmen
40- 90 Minuten, je nach Gruppengröße mit genügend Zeit zum Diskutieren
Material- und Technikbedarf
Papier (für die recherchierten Hasskommentare), Stifte, Kreppband, grüne, rote und gelbe Klebepunkte, Post-Its

Ablauf

Die Jugendlichen bekommen unkommentiert die Aufgabe, jede*r für sich, Hasskommentare herauszusuchen. Wie und wo ist den Jugendlichen überlassen. Diese sollen dann auf einzelnen Zetteln festgehalten und verteilt im Raum mit Kreppband aufgehängt werden. Jede Person kann theoretisch so viele Hasskommentare, wie er*sie möchte, aufschreiben. Je nach Gruppengröße kann aber auch ein Limit gesetzt werden.
Anschließend bekommen die Jugendlichen jeweils 5-10 rote, grüne und gelbe Klebepunkte. Die Jugendlichen lesen sich die aufgehängten Hasskommentare der anderen durch und müssen dann für sich entscheiden, ob der Hasskommentar für sie vollkommen akzeptabel (grün), grenzwertig (gelb) oder ein No-Go (rot) ist. Nach dem Rundgang wird im Plenum über die Unterschiedlichkeit der geklebten Punkte besprochen. Einige Kommentare können dabei alle Farben haben, während andere nur Tendenzen zeigen. Hierbei sind Diskussionen erwünscht. Kommentare können gezielt benannt werden. Anhand dieser lassen sich Begriffe wie Homophobie, Rassismus, Sexismus und Ableismus besprechen.

In der nächsten Phase lernen die Jugendlichen, wie man am besten auf Hasskommentare reagiert. Vorab werden im Plenum die unterschiedlichen Strategien geklärt. Die Jugendlichen können ihre eigenen Erfahrungen einbringen. Nach dem theoretischen Input kann sich jede*r ein oder mehrere Hasskommentare aussuchen und darauf gezielt mit einem Kommentar, der auf ein Post-It geschrieben wird, reagieren.

Information

Hintergrundwissen zu den Strategien gegen Hate Speech finden Sie bei klicksafe oder auf Saferinternet.at.

Auf www.hateaid.org werden unterschiedliche Arten von Counterspeech erklärt, welche sich gut im Plenum einbinden lassen.

Zur Umsetzung der Strategie Counter Speech eignet sich unsere Methode „Counter-Speech-Memes“, die Sie auf dem Projektblog von ACT ON! (unter dem Menüpunkt Fachkräfte) finden.

Den Abschluss der Methode bildet eine Schneeballschlacht. Ziel ist es, dass die Jugendlichen gestärkt und positiv aus der Session gehen. Dafür werden alle Stühle und Tische beiseite geräumt. Dann werden alle Hasskommentare von den Wänden genommen, zerknüllt und in die Mitte des Raumes geworfen. Mit Kreppband wird eine Linie durch die Mitte des Raumes gezogen. Die Gruppe wird durch zwei geteilt und verteilt sich auf jeweils eine Hälfte des Raums. Aufgabe ist es, auf das Signal der Workshopleitung, die „Schneebälle“ zu schnappen und auf die jeweils andere Seite zu werfen, ohne andere zu bewerfen. Da die „Schneebälle“ immer wieder aufgehoben und geworfen werden können, ändert sich die Situation permanent. Deshalb sollte ein Timer gestellt werden, der nach z. B. 5 Minuten das Ende des Spiels markiert. Es gewinnt das Team mit den wenigsten „Schneebällen“ auf der entsprechenden Seite.

Information

Diese Auseinandersetzung mit Hate-Speech-Kommentaren und möglichen Strategien zum Umgang damit kann kreativ erweitert werden, indem die Jugendliche eine positive Kampagne über die Gestaltung von Info-Postings entwickeln und umsetzen. Erfahren Sie mehr dazu in unserer Methode „Info-Posts gestalten“ auf dem ACT ON!- Projektblog.

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