Mithilfe der kostenfreien Audio-Software Audacity gestalten Kinder und Jugendliche ihre eigenen Podcast-Intros.
Ablauf
Die Methode bietet einen Einstieg in das Schnittformat Audacity und kann Kinder und Jugendliche an das Thema Audio-Produktion heranführen. Es kann im Rahmen der Produktion einer ganzen Podcast-Folge erstellt werden, wenn jedoch keine Zeit für eine komplette Podcast-Produktion ist, können sich die Kinder und Jugendlichen im Vorhinein ein fiktives Konzept für einen Podcast überlegen.
Die Teilnehmenden überlegen sich in Gruppenarbeit einen Namen für ihren Podcast sowie einen kurzen Slogan, der ihren Podcast beschreibt. Je nachdem, wie vertraut die Zielgruppe mit dem Medium ist, können vorab zur Inspiration gemeinsam Beispiel-Intros angehört werden.
Info
Ein Podcast beginnt häufig mit einem Intro. Darin stellt sich die oder der Host (Gastgeber*in) des Podcasts vor und erzählt kurz, worum es im Podcast geht. Solche Intros können mit Musik oder einem kurzen Jingle unterlegt sein, was einen Wiedererkennungswert und Abwechslung im Audioformat schafft. Die Musik bildet einen Rahmen und wird häufig auch am Ende des Podcasts – im sogenannten Outro – wiederholt.
Sind Name und ggf. Slogan ausgewählt, wird nach passender Musik gesucht. Bevor die Jugendlichen mit der Suche beginnen, sollte das Thema Urheberrechte besprochen werden. Auch wenn nicht geplant ist, die Podcast-Folgen der Teilnehmenden zu veröffentlichen, sollen sie dafür sensibilisiert werden, dass sie nicht einfach beliebige Musik nutzen können, wenn diese lizensiert ist (mehr dazu in der nächsten Infobox). Die Fachkraft kann den Jugendlichen Links zu Musikdatenbanken zur Verfügung stellen, über die sie sogenannte „lizenzfreie” Titel herunterladen können.
Info
Es ist wichtig, dass die Teilnehmenden Musik einsetzen, deren Nutzung von den Rechteinhaber*innen freigegeben wurde. Eine Auswahl entsprechender Plattformen gibt es auf dem Medienpädagogik Praxisblog oder in diesem Padlet des Medienzentums Parabol. Viele Plattformen bieten Musik für kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke an, teilweise ohne dass Quellenangaben notwendig sind. Die Jugendlichen müssen sich die Information zu jedem Musikstück genau ansehen und ggf. Quellenangaben notieren. Diese müssen bei einer Veröffentlichung in der Folgenbeschreibung des Podcasts kenntlich gemacht werden. Mehr zum Thema „Rechtliche Grundlagen für die medienpädagogische Praxis“ gibt es in der Aufzeichnung des Online-Seminars der Medien_Weiter_Bildung mit Dr. Stephan Dreyer.
Nun nehmen die jungen Podcaster*innen den Namen sowie den Slogan so auf, dass er zur Musik passt. Wenn möglich, sollten die Teilnehmenden für die Aufnahme ein Aufnahmegerät oder ein Mikrofon zur Verfügung haben. Ansonsten kann auch die Aufnahmefunktion des Audioschnittprogramms Audacity genutzt werden. Grundlagen zu Audioaufnahme und -schnitt mit Audacity lernen Sie im Tutorial im Anhang kennen.
Die Teilnehmenden arbeiten nun mit zwei Audio-Dateien: Der Musik und ihrem eingesprochenen Text. Mit Hilfe von Audacity fügen die Jugendlichen die beiden Audiospuren zusammen – und zwar so, dass die Musik leiser wird, während der eingesprochene Teil erscheint. Dies funktioniert über die Auto-Duck-Funktion von Audacity (siehe Tutorial).
Das Podcast-Intro steht nun als eigene Audiodatei zur Verfügung und kann gegebenenfalls im Anschluss an die Audiodatei der Podcast-Aufnahme geschnitten werden. Die Musik, die die Teilnehmenden für das Intro ausgewählt haben, können sie am Ende des Podcasts erneut einspielen oder zusätzlich ein Outro erstellen.
Info
Für die Erstellung der Podcast-Intros können auch andere Tools wie z. B. GarageBand genutzt werden. Da sich Anwendungen und ihre Funktionen stetigen Veränderungen unterliegen, sollten diese vorab geprüft werden. Viele Tools erfordern zudem eine Registrierung oder sind nur begrenzt kostenfrei nutzbar.
Erstmals veröffentlicht am 02.02.2023
Anhang: Audacity-Tutorial
1. Beide Audio-Dateien in Audacity importieren
Zunächst wird bei Audacity ein neues Projekt angelegt. Anschließend wird unter ‚Datei‘ -> ‚Öffnen‘ die Musik-Datei ausgewählt und eingefügt. Die Audio-Aufnahme wird als zweite Spur hinzugefügt. Dafür wird ‚Datei‘ -> ‚Importieren‘ -> ‚Audio‘ und die entsprechende Datei ausgewählt. Wird die Audioaufnahme direkt in Audacity eingesprochen, wird ebenfalls zuerst die Musik-Datei importiert und anschließend aufgenommen, damit die Audio-Aufnahme als zweite Spur angezeigt wird.

2. Spuren schneiden
Die ausgewählte Musikdatei ist in den meisten Fällen zu lang für ein Intro. Mit Hilfe der Schnittwerkzeuge wird deshalb ein Ausschnitt ausgewählt, der im Podcast-Intro erscheinen soll. Auch die eigene Aufnahme kann bei Bedarf noch gekürzt werden.

3. Aufnahme platzieren
In den meisten Podcast-Intros erscheint zunächst die Musik, dann das eingesprochene Intro und dann wieder Musik. Die eingesprochene Audio-Aufnahme wird nun an die Stelle geschoben, an der sie erscheinen soll.

4. Auto-Duck-Funktion
Damit die Aufnahme zu hören ist, muss die Musik an der entsprechenden Stelle leiser werden. Dies funktioniert über die Auto-Duck-Funktion. Wichtig ist, dass die Musik-Spur, also die erste Spur, ausgewählt ist. Die Auto-Duck-Funktion findet sich über die Auswahl: ‚Effekt‘ -> ‚Lautstärke und Kompression‘ -> ‚Auto-Duck‘.

Nun erscheint ein Fenster. Durch Bewegen der weißen Kreise kann ausgewählt werden, wie schnell oder langsam die Musik leiser wird. Anschließend wird die Funktion über den ‚Anwenden‘-Button ausgeführt.

5. Datei exportieren
In der ersten Audiospur ist nun erkennbar, dass sie an der Stelle der Aufnahme leiser wird. Das Podcast-Intro ist damit geschnitten und kann als Audiodatei exportiert werden (‚Datei‘ -> ‚Audio exportieren‘). So kann es anschließend in eine bereits geschnittene oder noch zu schneidende Podcastaufnahme hinzugefügt werden.




