Pädagogische Fachkräfte setzen sich mit möglichen sexuellen Bedeutungen von Emojis auseinander.
Kontext/thematische Einordnung
Emojis gehören zur alltäglichen digitalen Kommunikation von Kindern und Jugendlichen. Die Bedeutungen der bunten Bildchen sind dabei nicht eindeutig festgeschrieben, sondern verändern sich im jeweiligen sozialen und kommunikativen Kontext. Abhängig von Beziehung, Freund*innenkreis, Altersgruppe, Kultur, Sprache und Situation können Emojis unterschiedlich verwendet und verstanden werden.
Auch Sexualität und sexuelle Identität sind Teil der (digitalen) Lebenswelt junger Menschen. Emojis werden dabei auch als Codes für sexuelle Inhalte oder Anspielungen verwendet. Sie können somit Anhaltspunkte für sexualisierte Kommunikation oder – im Zusammenspiel mit weiteren Hinweisen – auch für Sexting, Cybergrooming, Sextortion oder Mobbing sein.
Die Methode sensibilisiert pädagogische Fachkräfte dafür, mögliche Hinweise im digitalen Lebensalltag junger Menschen wahrzunehmen und kontextbezogen einzuordnen. Darüber hinaus regt sie dazu an, die eigene pädagogische Rolle und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit entsprechenden Situationen zu reflektieren.
Ablauf
Das Emoji-Memory ermöglicht einen Einstieg in das Thema der bildhaften Kommunikation mit Emojis auf WhatsApp Wie beim klassischen Memory liegen die Karten vom Emoji-Memory „spicy“ verdeckt auf dem Tisch. Diese Methode baut auf unserem Emoji-Memory auf: Auf jeder Karte ist entweder ein Emoji oder ein Begriff abgebildet. Beim Emoji-Memory „spicy“ ordnen die Mitspieler*innen die Emoji-Karten ihren möglichen Bedeutungen zu. Im Anhang befindet sich ein Lösungsblatt, das bei Unsicherheit herangezogen werden kann.
Reihum dürfen alle Mitspieler*innen jeweils zwei Karten aufdecken:
Werden ein Emoji und der passende Begriff dazu aufgedeckt, darf der/die Spieler*in das Paar behalten und zwei weitere Karten aufdecken. Passen die aufgedeckten Karten nicht zueinander, werden sie wieder umgedreht und die nächste Person ist dran. Es gewinnt, wer die meisten Kartenpaare gesammelt hat.
Info
Die Methode eignet sich als spielerischer Einstieg in das Thema sexuelle Medienbildung. Die ausgewählten Emoji-Begriff-Paare haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen nicht als „Emoji-Lexikon“. Vielmehr schafft die Methode Bewusstsein dafür, dass Emojis je nach Kontext unterschiedliche – auch sexuelle – Bedeutungen haben können.
Im Nachgang des Spiels findet ein Reflexionsgespräch statt. Dafür eignen sich folgende Reflexionsfragen:
- Welche der möglichen Emoji-Bedeutungen waren Ihnen bereits bekannt?
- Was hat Sie überrascht?
- Warum ist es für pädagogische Fachkräfte wichtig, solche Codes zu kennen?
- In welchen Situationen könnten Ihnen solche Emojis begegnen? / Haben Sie hier bereits Erfahrungen im beruflichen Alltag gemacht?
- Woran können Sie erkennen, dass eine Situation genauer betrachtet oder ein Gespräch notwendig werden könnte?
- Wie können Sie reagieren, wenn Kinder oder Jugendliche von entsprechenden Nachrichten berichten oder Ihnen diese zeigen?
Hinweise für die pädagogische Praxis
Diese Methode kann pädagogischen Fachkräften helfen, die digitale Kommunikation junger Menschen besser zu verstehen und mögliche Hinweise auf sexualisierte Kommunikation oder digitale sexualisierte Gewalt sensibel wahrzunehmen und einzuordnen. Dies kann beispielsweise relevant sein, wenn Jugendliche von Nachrichten oder Chats erzählen, Einblicke in ihre digitale Kommunikation geben oder Situationen ansprechen, die Fragen oder Unsicherheiten im Hinblick auf diese Themen aufwerfen.
Wichtig
Mit Jugendlichen sollte die Methode nur eingesetzt werden, wenn bereits eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung besteht und die Gruppe klein genug ist, um einen geschützten Austausch zu ermöglichen. Für Jugendliche ohne Bezug zum Thema oder in neu zusammengesetzten Gruppen ist die Methode nicht geeignet. Die sexuelle Bedeutung der Emojis sollte nicht unkommentiert vermittelt werden. Stattdessen sollte ausreichend Zeit für Einordnung, Reflexion und Gespräche über Kontext, Grenzen und respektvolle Kommunikation eingeplant werden.
Erstmals veröffentlicht am 03.09.2026



