Signal, Threema und Co. sind für Jugendliche noch keine Alternativen, weil sie bei Freunden und Bekannten nicht verbreitet sind.

15. Juli 2021

Die Grafik zum ACT ON! Short Report Nr. 8 gibt einen Überblick dazu, welche Aspekte Jugendlichen bei Messenger-Diensten wichtig sind.

Im ACT ON! Monitoring wurden Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren zu den Apps und Online-Angeboten befragt, die bei ihnen hoch im Kurs stehen. In Bezug auf Messenger-Dienste benannten die Jugendlichen vier Aspekte, die für sie wichtig sind: Apps sollten weit verbreitet, kostenlos, multifunktional und datensicher sein. Die Messenger-App WhatsApp erfüllt die drei erstgenannten Aspekte, d.h. die App wird von Freunden und Familie sowie häufig im Schulkontext benutzt, ist kostenfrei und verfügt sowohl über unterschiedliche Funktionen wie beispielsweise das Versenden von Text- und Sprachnachrichten als auch das Telefonieren mit und ohne Video. Allerdings haben viele Jugendliche Diskussionen um Datenschutzmängel bei WhatsApp durchaus wahrgenommen und sprechen kritisch darüber. Telegram, Threema und Signal sind WhatsApp – laut den Befragten – datenschutzmäßig überlegen und in den Bereichen Kostenfreiheit und Multifunktionalität vergleichbar mit WhatsApp (ausgenommen Threema). Dennoch entscheiden sich die wenigsten Jugendlichen für diese Messenger-Dienste. Es scheint also, als ob der Sicherheitsaspekt bei der Entscheidung für oder gegen einen Messenger-Dienst nicht die ausschlaggebende Komponente ist.

 

Aktuelle Diskussion um den Datenschutz bei WhatsApp

Besonders wegen mangelnden Datenschutzes gerät WhatsApp immer wieder in die Kritik. Aktuell durch die jüngst erschienene Datenschutzbestimmung (im Mai 2021). Bemängelt werden die intransparenten und ungenauen Formulierungen. Außerdem besteht die Befürchtung, dass die Daten von WhatsApp mit Facebook und Drittunternehmern ausgetauscht werden. Aus diesen Gründen sollten Alternativen zu WhatsApp in Erwägung gezogen werden, wie zum Beispiel Signal oder Threema (https://act-on.jff.de/neue-datenschutzbestimmungen-bei-whatsapp/).

 

Tipps für pädagogische Fachkräfte

Pädagogische Fachkräfte können an den Themen der Kinder- und Jugendlichen ansetzen und auf Alternativangebote verweisen. Da WhatsApp aktuell der bedeutendste Kommunikationsdienst für viele Kinder und Jugendliche ist, ist es umso wichtiger, dass pädagogische Fachkräfte Problematiken ansprechen, aufklären und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einen kritischen Blick auf die App werfen. Außerdem kann datensparsam kommuniziert werden, indem möglichst wenig Daten über WhatsApp geteilt und keine sensiblen Informationen verschickt werden. Dazu können auch schon einzelne Chats beitragen, die in datensichereren Messengern geführt werden.

 

Download

Hier geht’s zum Download

 
Katharina Leubner (Praktikantin der Abteilung Forschung) und Sina Stecher