Ablauf
Nachdem die Gruppe die ursprüngliche Methode Medien-Emotionen würfeln kennengelernt hat, wird der Bezugspersonen-Würfel eingeführt.
Alle drei Ebenen zusammenzudenken ist zu Beginn gar nicht so einfach. Deshalb würfelt die Gruppe zunächst gemeinsam eine Bezugsperson. Diese gilt anschließend für alle Teilnehmenden. Danach würfeln die Spieler*innen wie gewohnt jeweils ein Medium und eine Emotion. Diese drei Ebenen bilden den Gesprächsanlass.
Beispiel: Geschwister – Gaming – traurig → „Ich finde es schade, wenn mein Bruder nicht mit mir zocken möchte.“
Die Teilnehmenden erzählen von eigenen Erlebnissen, Beobachtungen oder Gedanken, die sie mit der Kombination der unterschiedlichen Ebenen verbinden. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen Antworten – im Mittelpunkt stehen spontane Assoziationen und persönliche Perspektiven.
Die Methode schafft einen niedrigschwelligen Anlass, über persönliche Erlebnisse, Konflikte oder belastende Situationen im Rahmen der eigenen Mediennutzung ins Gespräch zu kommen. Vorab sollten jedoch mit der Gruppe Regeln für einen wertschätzenden und freiwilligen Austausch beschlossen werden.
Wichtig!
Nicht alle Kinder und Jugendlichen haben alle der abgebildeten Bezugspersonen oder möchten über diese sprechen. Wird eine Bezugsperson gewürfelt, die für eine Person nicht passt, kann sie:
- den Bezugspersonen-Würfel erneut würfeln oder
- selbst eine andere wichtige Bezugsperson auswählen oder
- eine fiktive oder allgemeine Situation beschreiben.
Niemand muss persönliche Erfahrungen teilen. Die Teilnahme an den Gesprächsrunden erfolgt freiwillig.
Zu beachten
Wenn Kinder und Jugendliche dabei von schwierigen Erfahrungen oder Grenzüberschreitungen erzählen, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sie Vertrauen gefasst haben und sich einer Fachkraft anvertrauen möchten. Nehmen Sie solche Äußerungen ernst und wertschätzend auf, ohne nachzubohren oder zu drängen. Die Person entscheidet selbst, wie viel sie erzählen möchte.
Vertraut ein Kind oder eine jugendliche Person Ihnen seine/ihre Probleme an, ist es wichtig, im Anschluss Unterstützung anzubieten und gemeinsam nächste Schritte zu überlegen. Werden Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung oder andere Schutzthemen erkennbar, sollten diese entsprechend den Schutzkonzepten und Handlungsabläufen Ihrer Einrichtung aufgegriffen werden.
Hilfsangebote für Jugendliche:
- JUUUPORT: Beratung bei Cybermobbing und anderen Online-Problemen.
- Nummer gegen Kummer: 116 111
- Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
Hilfsangebote für Erwachsene:
- jugendschutz.net: Meldestelle für Verstöße gegen den Jugendmedienschutz und Informationen zu jugendgefährdenden Inhalten
- Medizinische Kinderschutzhotline: 0800 19 210 00 (Telefonisches Beratungsangebot für Fachpersonal bei Kinderschutzfragen)
- Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
- Kein Raum für Missbrauch: Initiative der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Erstmals veröffentlicht am 03.09.2026



